Impressionen meiner Touren

 

1400 km, 7 Bundesländer, 10 Tage - eine Tour quer durch die Republik


Binz-Teterow Tag1 

27km in 2h

Rügener Fahrradwege haben sich wieder von ihrer besten Seite gezeigt. Die sind wirklich abenteuerlich - von der Umgebung sieht man nichts, da der Blick nur auf die Strasse geht. Der Gegenwind ist da nur noch ein Hobby. Grind na und nur noch dappe. 1 Stern für den Spassfaktor gibt's nur weil eine negative Skala fehlt und von der Landschaft kann ich nicht viel sagen, da na Du weisst schon :-)

Teterow-Grabow Tag2

Nach Regen kommt Sonnenschein

Nach der gestrigen zermürbenden Tour verlief die Strecke durch die mecklenburgischen Schweiz auf wenig befahrenen, gut (!) ausgebauten Nebenstrecken und lies die Augen den tollen Ausblick aufsaugen. Das fast lautlose Dahingleiten oder das sanfte Knistern auf feinen Schotterwegen durch die Fichtenwälder. Was für ein wunderschöner Tag.
Nachdem der Gegenwind mir stetig den Mittelscheitel zog und den Mast in für andere Verkehrsteilnehmer gefährliche Schieflage brachte, habe ich beschlossen, die Fahnen auf Halbmast zu belassen.

Grabow-Klötze Tag3 

Trödeltour oder die T(ort)our der Leiden

Die Schreckensnachricht vorn weg: Die Nivea-Creme ist leer!
Habe mich heute etwas früher auf den Weg gemacht, denn das Material brauchte vor der Abfahrt unbedingt noch etwas Pflege. Doch nicht nur das Material bedarf dieser Zuwendung; auch der Mensch. Werde im weiteren Verlauf nur noch an stärkeren Steigungen die Klickpedale einrasten. Die Knie fangen an zu schmerzen und ich kann feststellen, dass diese Massnahme Linderung zu schaffen scheint. Die Strecke verlief durch nicht enden wollende, schnurgerade Strassen inmitten von wohlriechenden Fichtenwäldern. Vorbei an filigran imposanten Bauwerken, überspannten diese Meisterwerke der Natur 4 Meter und mehr! Spinnennetze! Hoffe die Bilder zeigen diese Faszination.

Klötze-Goslar Tag4

Abschied von einem treuen Begleiter

Die letzten Tage warst Du stets da, hast mir die Richtung vorgegeben und solange ich darauf bedacht war, dass Du mir ins Gesicht bliest, war ich auf dem richtigen Weg. Danke dafür und nochmals Danke, dass Du mich nun verlässt. Der heutige Weg führte mich nundenn von den neuen in die alten Bundesländer und was soll ich sagen? Die Schotterpisten sind genauso besch... und mit der Menschenleere war's dann auch gleich vorbei. Es hat wohl alles seine Vorder- ubd Rückseite.
Ach ja, warum hat man bei einem Feldweg immer den Eindruck, die andere Fahrspur sei die bessere?

Goslar-Friedland Tag5  

Väterchen Frost und locomotive breath

Nach dem Ruhetag und dem frühmorgendlichen Abschied bei 6 Grad wiederholte sich die Durchgangszeit des 1. Tages: 27 km in 2h 10min! Doch diese verliefen schnurstracks durch den Harz und damit erst einmal Bergauf mit zweien 20% igen Steigungen. Klickpedale einrasten, Grind na und ... ihr wisst schon. So ist es nicht verwunderlich, dass knapp 50% der heutigen 1000 Höhenmeter in den ersten 30 km zu Buche schlugen. Werde im weiteren Verlauf mit einer 17-er Durchschnittsgeschwindigkeit rechnen, denn Bergauf lässt das Gewicht des Anhängers die Gänge rapide in die Höhe schnellen und damit die Geschwindigkeit in die Tiefe rauschen.

Friedland-Schlitz Tag6

Auf und nieder, immer wieder ... tralala

Entlang der Werra und der Fulda wunderbar dahingleiten und dazwischen? Da liegen die kleinen Höhenzüge und sind schwuppdiwups schon überradelt. In den Flussauen der süsslich herbe Geruch der Moose und Sumpfpflanzen, dazu die stille Abgeschiedenheit in Kontrast zum chaotisch wirkenden Trubel der Großstädte. Habe beschlossen nicht mehr so streng nach Navi zu fahren. Zwar wurde als Routenkriterium "wenig Höhenmeter" gewählt, doch scheint es den ADFC Radwegen in einigen Passagen an Aktualität zu mangeln und führen mich immer wieder in abenteurliche Situationen.

Schlitz-Randersacker Tag7  

OHOF - ohne Heizung, ohne Frühstück

Als wäre es Vorsehung gewesen, denn ohne Heizung konte ich mich schon im Hotelzimmer für die Bibberkälte der Rhönberge wappnen und die eingesparte Zeit am Morgen verschaffte mir die notwendige Zeit für die Verlängerung. Doch eins nach dem anderen: Frühmorgens durch das Fuldatal, die Sonne tat sich schwer, den Bodennebel zu durchbrechen. Eine traumhafte Stimmung und es versprach nach der gestrigen frostigen Kälte ein sonniger Tag zu werden. Doch an der Rhön und dem übersetzen ins Sinntal zog es zu und der Atem lies die Brille wieder beschlagen. Mit jedem Kilometer in Richtung Main gewann die Sonne die Oberhand und pünktlich in Gemenden konnte die Jacke abgestreift werden. Mit 30 zugegebener Maßen Rückenwind unterstützten km/h und einer gehörigen Portion Stalltrieb ging's dann Richtung Würzburg. Zum ersten Mal hatte ich auch beim 2. Hotel kein Glück und in ganz Würzburg, so wurde mir versichert, gäbe es kein freies Bett mehr. Mir blieb demnach nichts anderes übrig als eine Verlängerung einzulegen. Und so schliesst sich der Kreis zu einem mit allen Höhen und Tiefen, Gegen- und Rückenwind, sowie frostig frühem Anfang und sonnig verlängertem Ende.

Randersacker-Bühlertann Tag8

Klick, Klick

Heute ging's gefühlte 100'000 mal bergauf, genauso oft bergab und doppelt so oft konnte man das leise klick hören. Mensch bin ich froh, dass die gestrige Tour länger war als geplant! Die Beine sind schwer und das unrythmische Treten lässt jeden km wie zwei vorkommen. Dabei hat alles ganz locker angefangen: Main- und Gaubahn Radweg wurden mit einem knapp 19'er Schnitt regelrecht durchflogen. Doch Tauber-, Jagst-, Bühlertal und der Einstieg in die Alb haben die Kraft schmelzen lassen, wie Eis in der Sonne. Ach ja, die Sonne - wie sehr hab' ich Dich vermisst und heute hast Du Dich wieder von Deiner besten Seite gezeigt. Und noch was: bin ausnahmslos auf der besseren Fahrspur gefahren und was soll ich sagen? Alles Käse! Die bessere ist genauso besch...eiden, wie die andere :-)

Bühlertann-Laupheim Tag9

Diät-Milch

Im Vergleich zum heutigen Tag war die bisherige Tour eine Kaffeefahrt, Helgolandausflug oder Diätmilch. Mögglingen 16% auf 2km, Türkheimer Steig (Geisslingen) 10% auf 3 km und Bermaringen 15% auf 1 km. Nun ist es also soweit: Ich stelle mir ernsthaft die Frage nach dem Sinn, warum tu ich mir diese Kacke an? Jetzt nur noch duschen, essen und schlafen.


Laupheim-Wiedemannsdorf Tag10

Möge die Nacht mit Dir sein

Diese hat meine Zweifel an der Sinnhaftigkeit weggespült, die Schmerzen vergessen und die Freude wieder erstarken lassen. Was ist die Nacht doch für eine tolle Erfindung!
Die letzte "grosse" Etappe, ein krönender Abschluss ins Allgäu. Ich weiss nicht warum; aber irgendwie sind die Berge hier flacher, die Entfernungen kürzer, die Feldwege glatter und der aus welcher Richtung auch immer kommende Wind sanfter. Könnte aber im unwahrscheinlichsten Fall auch subjektiv sein. So verlief die Strecke über weiche Hügel in ziemlich genau balistischer Linie nach Ochsenhausen, Leutkirch, Isny und Oberstaufen.


 

 

 

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